Mit Qt unter Mac OS X entwickeln

Februar 12th, 2011

Langsam ist es an der Zeit — nicht nur jobbedingt — eine Entwicklungsumgebung mit Qt auf dem Mac an den Start zu bekommen. Ich finde Qt nicht nur wegen der Portierbarkeit gut, sondern auch weil es ein mächtiges Toolkit ist, um einfach Dinge zu realisieren.

Qt installieren

Es gibt zwei Möglichkeiten, Qt zu installieren: entweder man lädt ein aktuelles Binary Paket oder die Sourcen von der Qt Downloadseite. Verlinkt ist nur die aktuellste Version, aber durch Ersetzen der Versionsnummer in der URL kann man auch ältere Versionen laden. Ich bevorzuge die Binary Pakete. An den Sourcen ändere ich eh nix und das einzige was ich einstellen würde, ist die Ziel Architektur. Man spart also die 2 bis 3 Stunden, die Qt zum Bauen braucht.

Nach der Installation liegt Qt — per default — als Framework unter /Library/Frameworks.

Qt Creator

Seit der Version 4.4.3 (oderso) ist im Qt Paket der Creator enthalten. Eine kleine feine IDE, die quasi einen Code Editor und Qt’s Designer verheiratet. Man kann mit dem Ding unter OS X sofort loslegen. Einfache Projekte lassen sich damit sehr schnell umsetzen.

Der Creator ist das einzige Tool, was eine WYSIWYG-GUI für die Entwicklung der Widgets mitbringt.

Eclipse

Wahrscheinlich die frei IDE schlechthin. Um Qt zu integrieren, muss man aber einiges herumkonfigurieren. Zum Glück hat das Jan auf hyper-world dokumentiert. Eigentlich geht sich das sehr gut an. Aber leider habe ich ums Ver****n den Debugger nicht an den Start bekommen.

Xcode

Appels Schweizer Messer, wenn es um Entwicklung geht. Zur Einbindung von Qt gibt es zwei Xcode Templates, die einfach in das entsprechende Verzeichnis kopiert werden. Fertig. Die Vorteile von Xcode sind natürlich, dass man (fast) alle Werkzeuge, die man zur Entwicklung von Software für den Mac braucht zur Hand hat. Manchmal ist mir das aber zu viel, weil es schnell unübersichtlich werden kann.

Fazit

Vorweg: natürlich kann man sich auch ein Buildsystem zusammenschrauben. Dann braucht man nur einen guten Code Editor. Aber ehrlich gesagt ist mir das zu umständlich. Die Flexibilität die man dadurch bekommt, werde ich wahrscheinlich garnicht benötigen.

Bei allen 3 IDEs fällt zum Schluss des Buildprozesses ein App Bundle bzw. Package raus. Das ist super, da man das für die Distribution dann nicht “von Hand” zusammen schnüren muss.

Mit Eclipse und dem Creator müsste theoretisch eine Platform unabhängige Entwicklung (im Sinne von “entwickeln auf” — nicht “für”) möglich sein. Eclipse disqualifiziert sich aber, da das Debuggen irgendwie nicht bzw. für mich zu schwer an den Start zu bekommen ist.

Xcode ist nach meiner Einschätzung das mächtigste Tool von den dreien. Unterm Strich wird sich zeigen, ob entweder der Creator mit seinem einfachen aber integrierten Ansatz oder das schwere Schweizer Messer Xcode öffter angeschmissen wird.

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