Tun sie’s oder tun sie’s nicht?
Freitag, 12. September 2008Seit langem frage ich mich, ob richtige DJs die Sync Funktionen von z.B. Traktor oder Live nutzen. Zumal das Beatmatching in meinen Augen wesentlich zum Handwerk des DJ’ings dazugehört — “machen Sie mal eine typische Handbewegung”.
Ums einfach zu sagen, bis jetzt sah meine schwarz/weisse Welt so aus: Möchtegern DJs syncen sich ihre Tracks vor einem Gig in mühevoller Arbeit zusammen. Meisstens liefert die automatische Beaterkennung nicht über den ganzen Track zufriedenstellende Ergebnisse, so dass man von Hand nachbessern muss. Aber mal ehrlich: Beatmarker auf den Peak einer Bass Drum schieben, kann jeder, der nicht blind ist. Während des Sets ist es so fast unmöglich, den Beat zu verpatzen.
Richtige DJs hingegen haben geübt, Tracks von Hand zu “syncen”. Das kann offensichtlich nicht jeder.
Für mich läge es jetzt auf der Hand, dass richtige DJs das Sync Feature meiden, wie richtige Bäcker Fertigbackmischungen. Aber ganz so einfach scheint es doch nicht zu sein. Richie Hawtin führt für ein NI Traktor Tutorial sein Setup vor. Und, Überraschung, er nutzt Traktors Sync Feature.
Interessant sind aber auch einige Aussagen zur physischen Präsenz des DJs. Schließlich begrenzt sich seine Aufgabe nicht auf das Aneinanderreihen von Musikstücken, sondern er sollte die Massen unterhalten. Aus diesem Grund hat Mr. Hawtin zwei Controller, mit denen er Traktor bedient. Obwohl einer völlig ausreichen würde, wie er selber einräumt. Das wäre aber für das Publikum extrem langweilig. Also rennt er hinter seinem Pult rum, fummelt mal hier und dreht mal da und macht eigentlich immer die gleichen Sachen. Nur eben immer auf unterschiedliche Weise bzw. über unterschiedliche Interfaces.


