Next Generation DJs
Bekannter Maßen bin ich ein Freund der elektronischen Tanzmusik. In letzter Zeit zwar weniger tanzend unterwegs (Ausnahmen wie z.B. der letzte Samstag bestätigen leider nur eher die Regel), sondern sitzend und der ruhigeren Spielart lauschend.
Auch bin ich fest davon überzeugt, dass sich die Bindung von Musik an einen Tonträger vollständig auflösen wird. Zwar mache ich bei mir selbst die Beobachtung, dass ich gerne eine CD (Digipack!) in den Händen halte, aber recht bald nach dem ersten Hören wandert die Musik auf meinen mp3-player (immer dabei) und die CD ins Regal. Das Sprießen und Gedeihen von Audiodateihändlern ist denk ich ein weiters eindeutiges Indiz für das Verschwinden herkömmlicher Tonträger.
Kurrioser Weise wehren sich aber einige Menschen gegen diesen Trend, nämlich Djs. Die schleppen lieber einen (schweren!) Teil ihrer Plattensammlung in Alucases und Weidenkörben durch die Gegend. Vinyl scheint als Arbeitsgerät einige Vorteile zu haben. Aber welche könnten das sein? Bei Turntableisten könnt ich mir vorstellen, dass wilde Scratchaktionen eben nur durch das direkte “Anfassen” und Kontrollieren der Platte möglich sind. Aber was ist mit “klassischen” Techno/House/DnB/etc. DJs, deren Brot und Butter Handwerk doch eher das Beatmatching ist? Zwar hab auch ich von diversen Möglichkeiten gelesen, mit dem Notebook und entsprechender Software zu mixen, aber wirklich in freier Wildbahn noch keinen DJ damit arbeiten gesehen (jetzt bitte unbedingt nochmal den zweiten Satz lesen!).
Gestern Nacht hatte ich diesbezüglich ein interessantes Gespräch mit einem DJ gehabt. Demnach ist es eigentlich relativ egal woher die Musik kommt; also Platte egal, CD egal, mp3 egal. Was aber nicht egal ist, ist das Interface. D.h. wenn ein DJ gewohnt ist mit Platten aufzulegen, dann ist die Platte und der Plattenspieler in dem Fall das Interface, durch welches er am besten auf die Musik zugreifen kann. Im Schluß heißt das: Solange es sich wie ein Platte-Plattenspieler-Interface anfühlt, ist es egal wo die Musik herkommt.
Und: Immer mehr DJs verwenden diese neue Technik und legen mp3s auf.
Was ist jetzt die Konsequenz? Alle zukünftigen vDJ-Interfaces wie virtuelle Plattenspieler bauen (quasi “vMK2″)? Oder mutig neue Interfaces ausdenken? Was ist mit kleinen Helferlein, die beim Beatmatching unter die Arme greifen? Und was gibts schon am Markt? Ich glaub ich werd demnächst mal genau das recherchieren.
