Mufin with a Red Face
13. März 2010Auf der CeBit habe ich eine knappe Woche gegenüber von Thomas Lidy/Spectral Minds mit Francis zusammen unser Exponat präsentiert (… geil, soviele Links in einem Satz). Weil, sagen wir mal höflich, für uns das Spannungsniveau der Messe in Bodennähe war, kam die musikalische Untermalung von schräggegenüber ganz gelegen. Dort wurde der Sonarflow Browser gezeigt, mit dem man sich durch seine Musiksammlung navigieren kann.
Dies wiederum erinnerte mich daran, dass die Kollegen in Ilmenau ja ganz ähnliche Sachen machen und dafür auch für den Thüringer Innovationspreis 2009 nominiert waren — aber nicht gewannen.
TIP: Mufin by Kraus/Sauter from f76 on Vimeo.
Mufin heisst das Stichwort. Also, was tun an einem windigen Samstagmorgen? Richtig: ausprobieren. Mufinplayer runtergeladen, installiert und einen Teil der Musiksammlung analysieren lassen. Das Ergebnis ist in der Free-Version eine Tabelle/Liste. Ausgehend von einem festgelegten Stück, werden meine anderen Stücke nach Ähnlichkeit absteigend sortiert. Schade, dass es nicht diese bunte 3D Geschichte ist.
Aber sehr interessant, wie der Mufin meine Musik ordnet. Elektronisches wird von Gitarren getrennt. Langsames, chilliges bildet ein Grüppchen, so wie Sachen mit bzw. ohne “Melodie”. Sehr schön.
Einzwei kleine Haken hat der Mufin aber doch. Zum einen werden Duplikate nicht erkannt, sie sind sich auch nur zu 98% ähnlich. Und: sehr ähnliche (=fast identische) Stücke müssen nicht zwangsläufig vom Mufin als ähnlich erkannt werden. So geschehen bei zwei Versionen von Laurent Garnier’s “The man with the red face”. Einmal die Albumversion (quasi standalone) und einmal das gleiche Stück innerhalb des Len Faki Berghain 03 Mix. Ähnlichkeit nur 57%.
Hier mal die beiden Versionen. Bis ca. 1:35 ist es der Mix, danach die Version vom Album. Sicher, die Mixversion ist etwas langsamer und ab 0:20 wird der nächste Track reingemischt. Ausserdem handelt es sich bei der Verision im Mix nur um einen Ausschnitt (der trotz des langsameren Tempos ca. 2 Minuten kürzer ist, als das Original). Aber deshalb sind die beiden Stücke doch eigentlich nicht so unterschiedlich, oder?
Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.
Music Information Retreival und Similarity Analyse sind wohl doch extrem(!) komplizierter als gedacht. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

